Dies ist eine kompakte Übersicht zu CJC-1295 — geschrieben für Leser, die mehr als einen Absatz, aber kein Lehrbuch wollen.
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== Weblinks == Online-Katalog der RISM Bibliothekssigel rism.info (RISM Zentralredaktion) RISM Bibliothekssigel. Gesamtverzeichnis (10/2008) (PDF; 1,9 MB) Silja Geisler-Baum: Seminararbeit (PDF; 395 kB) Abbreviations (General Abbreviations / Bibliographical Abbreviations / Library Sigla) oxfordmusiconline.com
Quellen: de.wikipedia.org
Als Altritualisten bezeichnet man Christen, welche die aus einer Liturgiereform hervorgegangene gottesdienstliche Ordnung ihrer Mutterkirche allgemein oder für ihre Person ablehnen. Sie berufen sich dabei in erster Linie auf die kirchliche Tradition, welche sie durch die erfolgte Liturgiereform als missachtet oder verletzt ansehen. Zusätzlich wird mit der Bewahrung des kulturellen Erbes, der Schönheit der Riten und des Mystischen argumentiert. Demgegenüber berufen sich die Reformer zum einen auf den „Geist gesunder Überlieferung“ (sana traditio), welche gemäß der „Norm der Väter“ Veränderungen der angetroffenen Ordnung erforderte, und zum anderen auf die Anpassung an die „Verhältnisse und Notwendigkeiten der Gegenwart“, die behutsame Neuerungen zulässt (2. Vatikanisches Konzil, Konstitution Sacrosanctum Concilium Art. 23).
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== Beispiele == Bekannteste historische Beispiele des Altritualismus sind für die russisch-orthodoxe Kirche die Altorthodoxen, für die römisch-katholische Kirche die traditionalistischen Anhänger der Priesterbruderschaft St. Pius X. sowie für die Anglikanische Gemeinschaft die Traditional Anglican Communion. In letzteren Fällen zeigt sich, dass sich der Altritualismus oft mit der Ablehnung weiterer kirchlicher und gesellschaftlicher Reformvorgänge verbindet. Die Abwendung von der Mutterkirche kann über den Nichtmitvollzug liturgischer Erneuerung hinausgehen und die Gestalt einer kirchlichen Abspaltung („Schisma“) annehmen, mit der Tendenz zu stets weiterer Unterteilung. Zur Rechtfertigung dieses gewöhnlich als „Notmaßnahme“ dargestellten Schrittes wird in vielen Fällen die Kirche des Verrats der Tradition angeklagt, der Häresie verdächtigt oder beschuldigt, die Gültigkeit der nach erneuerter Ordnung gefeierten Messfeier und anderer Sakramente bezweifelt oder bestritten, insbesondere der Weihe ihrer Priester und Bischöfe, sowie die Legitimität des Papstes in Abrede gestellt (siehe Sedisvakantisten). Für gewöhnlich streben altritualistische Gemeinschaften danach, eigene Bischöfe in gesicherter apostolischer Sukzession zu besitzen. In neuester Zeit wirkten als deren wichtigste Vermittler: ab 1984 Michel Guérard des Lauriers (in der Sukzession des Pierre Martin Ngô Đình Thục), ab 1988 Marcel Lefebvre und ab 2015 Richard Williamson.
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Der Vatikan ist bemüht, deren weitere Verbreitung durch Versöhnung irregulär ordinierter altritualistischer Bischöfe einzuschränken (Beispiele: Licínio Rangel, Aufhebung der Exkommunikation der Bischöfe der Priesterbruderschaft St. Pius X.).
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== Unionsversuche == Die kirchenhistorische Erfahrung zeigt, dass die Kirchenführungen sich früher oder später in der Regel bereit zeigen, aus pastoralen oder anderen Gründen einigungswilligen Altritualisten die Pflege der älteren Gottesdienstgestalt (Usus antiquior) und den Gebrauch zugehöriger liturgischer Bücher zu gestatten. Beide Seiten begründen diesen Vorgang pflichtgemäß mit dem Auftrag, die Einheit der Kirche Christi zu wahren bzw. wiederherzustellen. Wesentliche Voraussetzung ist stets, dass die durch ein entsprechendes kirchenrechtliches Instrument, z. B. ein päpstliches Indult (Gnadenerweis), bedienten oder versöhnten Altritualisten die Rechtgläubigkeit und Legitimität der mutterkirchlichen Hierarchie, insbesondere ihrer Spitze, nicht oder nicht mehr in Frage stellen. Dies ist in der Russischen Orthodoxen Kirche seit 1800 durch die Eingliederung eines Teils der Altorthodoxen, der Jedinowerzy („Eingläubigen“), geschehen, denen das Moskauer Konzil von 1917/18 vier Vikarbischöfe zugestand. Gleiches geschieht seit der Veröffentlichung von „Ecclesia Dei Adflicta“ auch in der römisch-katholischen Kirche in vielfältiger Form, so mit der Priesterbruderschaft St. Petrus und ähnlichen Vereinigungen (siehe unten) bis hin zur Errichtung einer Apostolischen (= Päpstlichen) Personaladministration auf dem Gebiet eines bestehenden und ordnungsgemäß verfassten Bistums der römisch-katholischen Kirche, so der Apostolische Personaladministration St. Johannes Maria Vianney.
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Überdies gewährt die römisch-katholische Kirche Anglikanern unter Beibehaltung ihrer liturgischen Traditionen die volle kirchliche Gemeinschaft (Pastoral Provision; Anglicanorum coetibus). Auf Seiten der Altritualisten führt die eingegangene Union gewisser Gruppen mit der Mutterkirche bzw. dem Papst sehr oft, zuletzt mit Richard Williamson (Ex-FSSPX), zu einer weiteren Spaltung und in der Folge zu einer Verhärtung bzw. Radikalisierung der nichtunierten Gruppe. Auch für die Mutterkirche bergen solche Re-Unionen gewisse Risiken, besonders im Hinblick auf die Glaubwürdigkeit ihres Erneuerungswillens und das rechte Verständnisses christlicher Tradition. Die im Gefolge von „Ecclesia Dei Adflicta“ innerhalb der katholischen Kirche entstandenen altritualistischen Einrichtungen, von Kleininstituten über Klöster und Personalpfarreien wirken derzeit noch wie ein bunter Flickenteppich, versuchen sich aber in zunehmender Zusammenarbeit, wie z. B. bei der altritualistischen Abteilung des Kölner Weltjugendtages, Juventutem. Ihnen gemeinsam ist, dass sie die Autorität der kirchlichen Hierarchie und des Zweiten Vatikanischen Konzils anerkennen. Sie stellen damit die prinzipielle Rechtmäßigkeit der Liturgiereform nicht in Frage, sehen jedoch die amtlich erneuerte Liturgie in der Regel als ihrerseits veränderungsbedürftig an („Reform der Reform“), kritisieren Missstände der gegenwärtigen gottesdienstlichen Praxis und ziehen daher für ihre Gruppen die Pflege der früheren Gottesdienstformen („usus antiquior“) vor. Diesen mit dem Papst vereinten bzw.
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zu versöhnenden Altritualisten hatte Papst Benedikt XVI. durch sein Motu proprio „Summorum Pontificum“ volles Heimatrecht in der römisch-katholischen Kirche zugesichert. Ihre Betreuung oblag bis zu ihrer Auflösung am 17. Januar 2019 der päpstlichen Kommission Ecclesia Dei. Seither wird diese Aufgabe von der Kongregation für die Glaubenslehre wahrgenommen.
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